Griechenland nach den Wahlen

Sofia Maria Satanakis: Griechenland nach den Wahlen – Herausforderungen und Perspektiven für Europa, AIES Fokus 1/2015.

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26.02.2015 / Vorige / Nächste Publikation


Was bereits seit einiger Zeit in vielen Kreisen innerhalb der Europäischen Union vermutet wurde, ist Ende Januar auch tatsächlich eingetreten: die linksradikale SYRIZA setzte sich in Griechenland bei den Parlamentswahlen als stärkste Partei durch, verfehlte mit 149 Abgeordneten nur knapp die absolute Mehrheit und bildet nunmehr zusammen mit der rechtspopulistischen ANEL („Unabhängige Griechen“) die neue Regierung Griechenlands. Die zwei ehemals einflussreichsten Parteien des Landes, PASOK und Nea Dimokratia, verloren einen Großteil ihrer Wähler und mussten eine für ihre Verhältnisse ernüchternde Niederlage hinnehmen. Viele Kreise innerhalb der EU sehen dieses Wahlergebnis als eine Art Kulturbruch Griechenlands mit seiner politischen Vergangenheit und im Extremfall auch als Gefahr für die ohnehin schon etwas angeschlagene Beziehung des Landes zur Europäischen Union. Doch ist SYRIZA tatsächlich nur ein kurzes Intervall auf dem langen und schwierigen Weg Griechenlands aus der Finanzkrise? Eine bloße Protestpartei, deren Überlebenschance jetzt schon als sehr gering eingeschätzt wird? Was hat zu diesem radikalen Umschwung in der politischen Landschaft Griechenlands geführt und welche Auswirkungen könnte das für Europa generell haben?