AIES Fokus 1/2013: Die Eurasische Wirtschaftsunion

Velina Tchakarova: Die Eurasische Wirtschaftsunion: Ist Russland auf dem Vormarsch im GUS-Raum? AIES Fokus 1/2013.

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28.11.2013 / Vorige / Nächste Publikation


Russland feiert seine Rückkehr in die direkte Nachbarschaft, nachdem Moskau mit seinem neuen Projekt einer Eurasischen Wirtschafts­union die wirtschaftliche Integration im Raum der Gemeinschaft der Unabhängigen Staaten (GUS) wiederbelebt hat. Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion (UdSSR) hat Russland sich von der nach Putins Worten „größten geopoli­tischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts“2 endgültig erholt. Konsequent bestritt Moskau seinen Weg aus den Trümmern der politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich kollabierten UdSSR, beginnend mit umfangreichen Transformationsprozessen des staat­lichen Systems bis hin zu der gegenwärtigen Modernisierung und Marktliberalisierung des Landes. In diesem Zeitraum war Russland auf der internationalen Bühne kaum präsent und musste Zeuge der wirksam voranschreitenden Integrationsprojekte der Europäischen Union (EU) und der Nordatlantischen Allianz (NATO) werden. Gegenwärtig strebt Russland wiederum eine stärkere Präsenz in seiner unmittelbaren Nachbarschaft an und vermag die Rolle einer Regionalmacht im ehemaligen Einflussraum zu spielen. Die Etablierung der Eurasischen Wirtschaftsunion ist folgerichtig zu jener außenpolitischen Zielsetzung geworden, welche aus heutiger Sicht für Russland überaus wichtig ist und dennoch bei vielen Ländern der euro-atlantischen Gemeinschaft eine große Besorgnis über die längerfristigen Implikationen für den GUS-Raum hervorruft.