AIES Fokus 2/2012: Die Erweiterungspolitik der EU

Velina Tchakarova: Die Zukunft der Erweiterungspolitik der EU: von normativer Macht zum geopolitischen Imperativ? AIES Fokus 2/2012.

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13.07.2012 / Vorige / Nächste Publikation


Die letzten beiden Erweiterungsrunden (2004 und 2007), die die Grenze der EU nach Osten ausweiteten, haben die normative Macht der Union zum Vorschein gebracht. Beitrittswillige Staaten sind zu einer Europäisierung ihrer Politiken und zur Übernahme von Normen und Werten der EU bereit. 2013 wird Kroatien als 28. Mitgliedstaat der EU beitreten und weitere Länder des Westbalkans sehen ihre Zukunft in einer Mitgliedschaft in der Union. Noch vor 15 Jahren sah die Lage im damaligen Hinterhof der EU (dem Westbalkan) sehr viel düsterer und unsicherer aus. Der Zerfall Jugoslawiens und die darauf folgenden ethnischen Kriege hatten die EU vor neue sicherheitspolitische Herausforderungen gestellt. Die Stabilisierung und Gewährleistung der Sicherheit in der direkten Nachbarschaft wurde für die EU zu einer zentralen Herausforderung ihrer Außenpolitik. In diesem Sinne ist, seit den 1990er Jahren, Erweiterungspolitik auch zu einem Prüfstein europäischer Außenpolitik geworden.