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Resilienz als Europas strategischer Schutzschild

Ein Workshop über die Wichtigkeit humanitärer Hilfe

20.11.25 / Wien / Globale Dynamiken


Am 20. November 2025 richtete das Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik (AIES) einen Workshop zum Thema „Resilienz als Europas strategischer Schutzschild“ aus. Diskutiert wurden insbesondere die wachsende Bedeutung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Faktoren für Europas Sicherheit sowie die Auswirkungen globaler Entwicklungen auf die europäische Stabilität.

Dr. Martin Frick (Direktor, Global Office Germany, World Food Programme) zeichnete ein deutliches Bild der internationalen Lage: Trotz Rekordfinanzierungen vor wenigen Jahren sind die verfügbaren Mittel für humanitäre Hilfe inzwischen massiv eingebrochen. Dies in einer Zeit, in der der Bedarf durch Konflikte, Klimafolgen und eine globale Schuldenkrise stärker steigt als je zuvor. Der Rückzug zentraler Akteure wie USAID verschärft die Situation zusätzlich und schwächt sowohl akute Nothilfe als auch langfristige Entwicklungsprogramme. Damit entsteht in Europas Nachbarschaft ein wachsender Gürtel der Instabilität.

Lukas Wank (Geschäftsführer der AG Globale Verantwortung) betonte, dass Europas Sicherheitslage nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern tief in globale Entwicklungen eingebettet ist. Er erinnerte daran, dass viele der Fortschritte im Bereich Armutsbekämpfung, lokaler Stabilisierung und nachhaltiger Entwicklung seit der Pandemie wieder rückläufig sind. Konflikte, Klimafolgen und wirtschaftliche Instabilität verstärken sich gegenseitig und schwächen die Resilienz ganzer Gesellschaften. Wank unterstrich, dass erfolgreiche Sicherheitspolitik nicht bei Grenzschutz und Abschreckung beginnen könne. Notwendig sei ein stärkerer Fokus auf Prävention, lokale Strukturen und vorausschauende Politik. Globale Ungleichheiten, fragile Staatlichkeit und fehlende Perspektiven seien zentrale Treiber von Instabilität, während Investitionen in nachhaltige Entwicklung und humanitäre Hilfe vergleichsweise geringe Mittel erfordern, aber eine enorme sicherheitspolitische Wirkung entfalten könnten. Um Europas Resilienz langfristig zu stärken, müsse Entwicklungspolitik daher als integraler Bestandteil europäischer Sicherheitsstrategie verstanden werden.

In der anschließenden Diskussion wurde hervorgehoben, dass Resilienzpolitik weit über technische Fähigkeiten hinausgeht. Ob Syrien, Sahel oder östliche Partnerschaftsstaaten; regionale Dynamiken und Desinformationskampagnen beeinflussen unmittelbar Europas Sicherheit. Prävention und gesellschaftliche Widerstandskraft wurden als zentrale Bausteine betont, sind aber politisch schwer zu kommunizieren und oft unterfinanziert. Zum Abschluss wurde deutlich, dass Europa seine Instrumente im Bereich der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit, stärker als Teil seiner Außen- und Sicherheitspolitik begreifen muss.


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