Bosnien-Herzegowina und der radikale Islam

Sascha Arnautović: Bosnien-Herzegowina – Einfallstor für den radikalen Islam auf dem Balkan und in Europa?, AIES Fokus 6/2019

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04.06.2019 / Vorige / Nächste Publikation


Ausgangspunkt dieses Beitrags sind die durch die mediale Berichterstattung in den Blickpunkt geratenen „Salafisten-Dörfer" (Gornja Maoča, Ošve u. a.) in abgeschiedenen und schwer zugänglichen Gebieten Bosniens, welche als Parallelwelten und Horte für radikales Gedankengut angesehen werden können. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob es sich hierbei nur um Einzelfälle oder um Unterschlüpfe mit dahintersteckendem System handelt, die als Basis für die Rekrutierung von weiteren Kämpferinnen und Kämpfern aus Bosnien für den sogenannten Islamischen Staat (IS) und zusätzlich als Zufluchtsorte für kampferprobte Dschihad-Rückkehrer(innen) aus dem Irak und Syrien dienen. Damit stellt sich die weitere Frage, ob es eine reale IS-Bedrohung auf dem (West-)Balkan gibt, die möglicherweise ebenfalls ein ernst zu nehmendes sicherheitspolitisches Gefahrenpotenzial für Deutschland und Europa darstellen könnte. Auch die Rolle von Geld aus den Golfstaaten, vor allem aus Saudi-Arabien, gilt es in diesem Kontext zu klären, ob damit beispielsweise eine religiös-ideologische Einflussnahme (Stichwort: „Wahhabismus") auf radikale salafistische Kreise in Bosnien einhergeht.