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AIES Fokus 1/2012: Die NATO nach Chicago

Arnold H. Kammel: Die NATO nach Chicago: Aufbruch zu alten Ufern?, AIES Fokus 1/2012.

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11.06.2012 / Vorige / Nächste Publikation



Als sich am 20. und 21. Mai die Mitglieder der Nordatlantischen Allianz und ihrer Verbündeten zum ersten Mal seit zwölf Jahren zu einem Gipfel auf amerikanischem Boden in Chicago trafen, stand wieder einmal die Frage nach der (Neu-)Ausrichtung der Allianz auf der Agenda. Während beim Gipfel von Lissabon im Dezember 2010 mit der Verabschiedung des neuen Strategischen Konzepts der Begriff der kooperativen Sicherheit über Europa hinaus, unter Einschluss der Länder des Fernen Westens, wie Neuseeland oder Japan, geprägt wurde und damit der Fokus des Bündnisses, insbesondere auf amerikanischen Wunsch, nicht mehr allein auf den traditionellen transatlantischen Beziehungen lag, begannen sich im Vorfeld des Chicagoer Gipfels einige Mitglieder für eine Rückbesinnung der Allianz auf ihre ursprüngliche Aufgabe einer gemeinsamen europäischen Verteidigungspolitik einzusetzen. Neben den 28 NATO-Staaten wurden auch 22 weitere Staaten eingeladen, so beispielsweise Österreich, Finnland, Schweden, Pakistan und Afghanistan. Bereits vor Beginn dem Treffen in Chicago war klar, dass im Unterschied zum Gipfel von Lissabon keine großen wegweisenden Entscheidungen zu erwarten waren, sondern dieser Gipfel vielmehr als Umsetzungsgipfel eine Übersicht über den Stand der eingeschlagenen Projekte geben sollte. Daher wurden auch im Vorfeld keine allzu großen Erwartungen geäußert.

Die drei zentralen Themen dieses NATO-Gipfels waren (1) die Verpflichtungen des Bündnisses gegenüber Afghanistan bei der Übergabe der Sicherheitsverantwortung und für die Zeit danach, (2) Maßnahmen zur Sicherstellung, dass das Bündnis über die erforderlichen Fähigkeiten verfügt, um seine Bevölkerung und sein Gebiet zu verteidigen und den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen, und (3) die Stärkung des Netzwerks der NATO mit Partnern auf im globalen Kontext.

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