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Der Klimawandel und seine Konsequenzen

Ein Workshop über die Auswirkungen auf die kritische Infrastruktur

18.11.25 / Wien / Globale Dynamiken / Österreichische Außen- und Sicherheitspolitik


Am 18. November organisierte das Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik (AIES) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) einen Workshop zum Thema „Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf kritische Infrastruktur“. Im Mittelpunkt standen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, operative Erfahrungen staatlicher Stellen sowie die sicherheitspolitische Relevanz klimabedingter Risiken für Österreich und Europa.


Aus der wissenschaftlichen Perspektive wurde verdeutlicht, dass Österreich bereits heute deutlich spürbare klimatische Veränderungen verzeichnet. Klimamodelle und Projektionen zeigen einen Anstieg von Hitzeperioden, Trockenheit, Starkniederschlägen sowie einen fortschreitenden Rückgang der Kryosphäre. Diese Entwicklungen beeinflussen die Stabilität von Siedlungsräumen und die Belastbarkeit zentraler Infrastrukturen. Gleichzeitig wurde betont, dass Klimaszenarien keine Vorhersagen darstellen, sondern notwendige Planungsinstrumente für strategische Anpassung sind.


Die sicherheitspolitischen Beiträge machten deutlich, dass die Einsatzfähigkeit staatlicher Institutionen, insbesondere des Bundesheeres, zunehmend von klimatischen Veränderungen beeinflusst wird. Extremwetterereignisse wirken sich auf Versorgung, Mobilität und Durchhaltefähigkeit aus, während die starke Abhängigkeit militärischer Strukturen vom zivilen Energiesystem eine zusätzliche Verwundbarkeit darstellt. Österreich sieht sich daher mit der Notwendigkeit konfrontiert, seine sicherheitspolitischen Grundannahmen neu zu bewerten und die strategische „Preparedness“ sowohl national als auch europäisch zu stärken.

Aus energiepolitischer Sicht wurden die bestehenden Abhängigkeiten von fossilen Energieimporten als bedeutender Risikofaktor hervorgehoben. Schwankende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und strukturelle Abhängigkeiten von Drittstaaten erhöhen die Verwundbarkeit von Wirtschaft und Sicherheit. Der Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung der Netzinfrastruktur sowie neue industriepolitische Modelle wurden als wesentliche Bausteine für größere Resilienz identifiziert.


In der Diskussion wurde deutlich, dass sich klimabedingte Risiken zunehmend überlagern und Kaskadeneffekte erzeugen, die mehrere Bereiche gleichzeitig betreffen. Diese Dynamik verlangt langfristige strategische Planung, engere Kooperation zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Militär sowie eine konsequente Berücksichtigung europäischer Rahmenbedingungen. Einigkeit bestand darüber, dass der Klimawandel eine zentrale sicherheitspolitische Herausforderung darstellt, die nur durch gemeinsame, gesamtgesellschaftliche und europäische Ansätze wirksam bewältigt werden kann.


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