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Wirtschaftskrieg zwischen USA, Europa und China?

Ein Vortrag von Prof. Dr. Gabriel Felbermayr

17.09.25 / Wien / Globale Dynamiken


Am 17. September 2025 durfte das Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik (AIES) in Kooperation mit der Diplomatischen Akademie Wien einen Vortrag zum Thema "Wirtschaftskrieg zwischen USA, Europa und China?" mit Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, organisieren. Das Event wurde von AIES Präsident Dr. Werner Fasslabend moderiert. Begrüßt wurden die Teilnehmenden von AIES Direktor Michael Zinkanell. 

Im Zentrum der Veranstaltung stand die Frage, wie die geopolitischen Rivalitäten zwischen den USA und China die internationale Wirtschaftsordnung verändern und welche Handlungsoptionen sich daraus für Europa ergeben. Dabei wurde deutlich, dass die Globalisierung trotz Pandemie, Kriegen und politischen Spannungen eine bemerkenswerte Resilienz zeigt. Gleichwohl hat sich ihr Charakter verändert: Handelspolitik wird zunehmend instrumentalisiert und als strategisches Machtmittel eingesetzt. Dieser Wandel führt dazu, dass wirtschaftliche Verflechtungen nicht länger nur unter Effizienzgesichtspunkten betrachtet werden, sondern immer stärker auch sicherheits- und geopolitische Dimensionen beinhalten.

Besondere Aufmerksamkeit galt der Rolle der USA, deren Handelspolitik durch eine hohe Volatilität und wechselnde Zölle geprägt ist. Diese Unberechenbarkeit untergräbt das Vertrauen in die transatlantische Partnerschaft und zwingt Europa dazu, seine Abhängigkeiten kritisch zu hinterfragen. Parallel dazu verschiebt China die globalen Gewichte, sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Die starke Importabhängigkeit Europas gegenüber China verdeutlicht die strukturelle Verwundbarkeit, die im Falle eines Handelskonflikts erhebliche Konsequenzen für den europäischen Lebensstandard hätte.

Für die Europäische Union wurde betont, dass die beste Verteidigung in einem starken und vertieften Binnenmarkt liegt. Bereits bestehende Initiativen wie die Bankenunion, die Energieunion oder die Kapitalmarktunion zeigen, dass Ansätze zur Integration vorhanden sind, doch mangelt es bislang an einem übergreifenden politischen Narrativ und einer pragmatischen Umsetzung, welche diese Maßnahmen strategisch verbindet. Ohne ein solches Narrativ drohen Fragmentierung und langsames Handeln, da nationale Agenden dominieren. Ergänzend dazu wurde hervorgehoben, dass industriepolitische Maßnahmen, technologische Innovation und die Verringerung kritischer Abhängigkeiten wesentliche Voraussetzungen für eine eigenständige und resiliente Rolle Europas im globalen Machtgefüge darstellen.


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