War on Iran – A Firestorm for the Middle East?
09.03.26 / Wien / Globale Dynamiken
Am 9. März veranstalteten das AIES und die Diplomatische Akademie Wien eine öffentliche Veranstaltung mit dem Titel „War on Iran - A Firestorm for the Middle East?“, um die eskalierende Krise rund um den Iran und ihre weiterreichenden regionalen und globalen Auswirkungen zu beleuchten.
An der Diskussion nahm eine Expertenrunde teil, darunter Hüseyin Bağcı, Professor für Internationale Beziehungen an der Middle East Technical University in Ankara; Arian Mehdi Hamidi-Faal, Nahost-Experte und freier Journalist; Gülsüm Akbulut, CEO der Ankara Global Advisory Group; sowie Klaus Wölfer, Senior Advisor für den Nahen Osten bei der AIES. Moderiert wurde die Diskussion von Werner Fasslabend, Präsident der AIES und Präsident der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft. Die Eröffnungsreden hielten Martina Schubert, stellvertretende Direktorin der Diplomatischen Akademie Wien, und Michael Zinkanell, Direktor des AIES.
Die Sprecher:innen betonten, dass der Krieg, in den der Iran verwickelt ist, weitreichende regionale Folgen hat. Ihnen zufolge sind bereits mindestens dreizehn Länder direkt oder indirekt in den Konflikt verwickelt, was Besorgnis über eine weitere Eskalation im gesamten Nahen Osten und darüber hinaus hervorruft. Die Krise droht auf Nachbarstaaten wie Afghanistan und Pakistan überzugreifen, und sogar Zypern ist ins Visier geraten.
Ein zentraler Schwerpunkt der Diskussion lag auf den Entwicklungen innerhalb des Iran. Trotz erheblicher Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der politischen Führung und des starken wirtschaftlichen Drucks aufgrund der grassierenden Inflation behält das derzeitige Regime vorerst die Kontrolle. Die Podiumsteilnehmer:innen betonten, dass es für die Iraner aufgrund der wirtschaftlichen Notlage immer schwieriger werde, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, doch ein innerpolitischer Wandel bleibe ungewiss.
Über die Region hinaus warnten die Redner:innen vor potenziell schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. Zunehmende geopolitische Spannungen haben die Ölpreise auf rund 100 US-Dollar pro Barrel getrieben und damit Bedenken hinsichtlich der Stabilität der globalen Märkte aufkommen lassen. Netto-Ölexporteure wie die USA und Russland könnten von höheren Preisen profitieren. Die Finanzmärkte haben bereits nervös reagiert, und einige Expert:innen warnten, dass eine anhaltende Eskalation zu einer umfassenderen globalen Rezession beitragen könnte.
Ein weiteres wichtiges Thema der Veranstaltung war die offensichtliche Schwächung diplomatischer Mechanismen. Die Podiumsteilnehmer:innen stellten fest, dass die traditionelle Diplomatie in dieser Krise ins Abseits gedrängt wurde. In den Diskussionen wurde daher betont, dass der Krieg gegen den Iran nicht nur eine regionale Krise darstellt, sondern auch eine große Bewährungsprobe für die globale Sicherheit, die wirtschaftliche Stabilität und die Zukunft der diplomatischen Beziehungen.
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