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The Changing Security Landscape of the Indo-Pacific

The Changing Security Landscape of the Indo-Pacific

Event mit Dr. Ken Jimbo

16.02.26 / Wien / Indo-Pazifik


Am 13. und 16. Februar 2026 veranstaltete das AIES gemeinsam mit der Japanischen Botschaft und der Diplomatischen Akademie Wien einen geschlossenen Workshop sowie eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „The Changing Security Landscape of the Indo-Pacific: Strategic Perspectives from Japan and Global Implications“. Beide Veranstaltungen verdeutlichten die wachsende Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Mittelmächten im Übergang von einer globalisierungszentrierten Denkweise hin zu einem zunehmenden geopolitischen Wettbewerb.

Dr. Ken Jimbo, Professor für Internationale Beziehungen an der Keio-Universität, war Hauptredner bei beiden Veranstaltungen. Begrüßungsansprachen und Moderation übernahmen Dr. Werner Fasslabend, Präsident des AIES, Michael Zinkanell, Direktor des AIES, sowie Satoko Toku, Ministerrätin an der Japanischen Botschaft in Österreich, bei der Veranstaltung am Freitag. Die öffentliche Veranstaltung am Montag, dem 16. Februar, wurde von Botschafter Dr. Martin Eichtinger, Direktor der Diplomatischen Akademie Wien, eröffnet und moderiert.

In seinem Vortrag analysierte Dr. Ken Jimbo zunächst die russische Aggression in Europa und ging anschließend auf den militärischen Aufstieg Chinas ein, der tiefgreifende Auswirkungen auf die internationale Sicherheitsordnung hat. Auch die Rolle der USA unter der Regierung Trump wurde hervorgehoben. Diese habe zunehmend einen eher kontinentalen statt eines maritimen Großmachtansatzes verfolgt und ihren Fokus stärker auf Prioritäten in der westlichen Hemisphäre im Sinne der Monroe-Doktrin verlagert, während das Engagement im Indopazifik fortbestehe, jedoch mit höheren Erwartungen an eine verstärkte Lastenteilung durch die Verbündeten.

Chinas wachsende Macht zeigt sich besonders deutlich in den regionalen militärischen Dynamiken. Seit 2005 ist Chinas Verteidigungshaushalt von annähernder Parität mit Japan auf das Fünf- bis Sechsfache angewachsen. Gleichzeitig wurden rund 1.800 Kampfflugzeuge der vierten und fünften Generation stationiert, verglichen mit etwa 330 in Japan. Diese massive Expansion hat das regionale Gleichgewicht grundlegend verschoben. In diesem Zusammenhang gilt Taiwan weithin als möglicher Krisenherd. Das Jahr 2027 wird häufig als möglicher Zeitpunkt einer Eskalation genannt, insbesondere im Zusammenhang mit Xis Ambitionen auf eine vierte Amtszeit und dem hundertjährigen Bestehen der Volksbefreiungsarmee. Ob es tatsächlich zu einem Konflikt kommt, hängt jedoch maßgeblich von der Glaubwürdigkeit von Abschreckungsstrategien durch Verweigerung (deterrence-by-denial) ab.

Als Reaktion auf diese Veränderungen hat Japan einen bedeutenden strategischen Wandel eingeleitet. Mit der Nationalen Verteidigungsstrategie vom Dezember 2022 vollzog Japan einen historischen Paradigmenwechsel weg von einer ausschließlich defensiven Sicherheitsdoktrin hin zum Aufbau von Stand-off-Fähigkeiten, einschließlich weitreichender Raketensysteme mit Reichweite bis in den Raum der Taiwanstraße. Die politische Kontinuität verstärkt diesen Kurs: Der deutliche Wahlsieg von Premierministerin Takaichi signalisiert ein anhaltendes Bekenntnis zu höheren Verteidigungsausgaben und zu einer offensiver ausgerichteten Sicherheitspolitik.

Abschließend wurde betont, dass Europa und Asien vor vergleichbaren strukturellen Herausforderungen stehen. Demografischer Druck verändert in beiden Regionen Fragen von Identität, sozialem Zusammenhalt und militärischer Personalstärke und erfordert angepasste Strategien sowie gegenseitiges Lernen. In einer Zeit, in der die USA möglicherweise weniger engagiert erscheinen, die liberale regelbasierte Ordnung aufrechtzuerhalten, müssen Mittelmächte erkennen, dass Multilateralismus und wirtschaftliche Offenheit zentrale nationale Interessen darstellen, die aktiv verteidigt und koordiniert werden müssen.


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