Sudan
Humanitäre Hilfe und Wiederaufbau
13.01.26 / Wien / Globale Dynamiken
Am 13. Januar 2026 veranstaltete das Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik (AIES) in Zusammenarbeit mit der Diplomatischen Akademie Wien und der Botschaft/Ständigen Vertretung der Republik Sudan einen öffentlichen Vortrag über die humanitäre Krise im Sudan. Der Vortrag wurde von Seiner Exzellenz Magdi Ahmed Mofadal, Botschafter des Sudan in Österreich, gehalten und von AIES-Präsident Dr. Werner Fasslabend moderiert.
Der Bürgerkrieg im Sudan dauert nun schon seit drei Jahren an und wurde von den Vereinten Nationen als die derzeit größte humanitäre Katastrophe bezeichnet. Zwölf Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, vier Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen, und die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung ist von Hunger bedroht. Die strategische Lage des Sudan hat zu einer Einmischung ausländischer Mächte in den Konflikt geführt, wobei Nachbarländer sowie Saudi-Arabien, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate verschiedene Seiten im Bürgerkrieg unterstützen.
Obwohl die Kämpfe noch immer andauern, betonte Botschafter Mofadal die Notwendigkeit von Wiederaufbauhilfe, da die Grundbedürfnisse der Menschen nicht aufgeschoben werden können. Die Hilfe wird es außerdem den Binnenflüchtlingen ermöglichen, in ihre Heimat zurückzukehren, und die Migration in Nachbarländer und in die Europäische Union begrenzen. Die Wiederaufbauhilfe wird jedoch durch überlastete ausländische Hilfsbudgets aufgrund von Konflikten in anderen Teilen der Welt sowie durch die internationale Polarisierung behindert. Botschafter Mofadal äußerte die Hoffnung, dass Österreich sich für den Sudan einsetzen werde, sollte es 2027 einen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhalten, und im Rahmen des Pariser Clubs über einen Schuldenerlass verhandeln werde. Darüber hinaus forderte er die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf die Rebellen und ihre ausländischen Unterstützer zu erhöhen.
Eine friedliche Beilegung des Konflikts scheint unwahrscheinlich. Die Rebellen haben zahlreiche Gräueltaten begangen, beispielsweise in El Jenina und El Faser, und frühere Waffenstillstandsabkommen, wie das 2023 in Dschidda geschlossene, wurden nicht eingehalten. Da eine friedliche Beilegung eine Machtteilung erfordern würde, machte Botschafter Mofadal deutlich, dass seine Regierung nicht bereit ist, die Macht mit einer Gruppe zu teilen, die für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich ist.
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