The Future of War: Autonomy, AI, and Accountability in a New Era of Conflict
Diskussion mit Michael Zinkanell
11.11.25 / Wien / Globale Dynamiken
Am 11. November veranstalteten das AIES und die ÖGPW gemeinsam mit club.DA, STK Powerhouse und der Ständigen Vertretung der Ukraine bei den Internationalen Organisationen in Wien die Veranstaltung „The Future of War: Autonomy, AI, and Accountability in a New Era of Conflict“ an der Diplomatischen Akademie Wien.
Die Keynote wurde vom Ständigen Vertreter der Ukraine bei den Internationalen Organisationen in Wien gehalten, gefolgt von einer hochrangigen Paneldiskussion mit Alex Fink (CEO und Mitgründer von Swarmer), Cezar Regia (Dual Use & Robotics Advisor, Intellias), Michael Zinkanell (Direktor, AIES) und Prof. John Williams (Durham University). Die Debatte wurde von Roger Hilton (GLOBSEC) moderiert und brachte Stimmen aus Diplomatie, Verteidigung, Wissenschaft, Think Tanks und dem Technologiesektor zusammen.
Die Diskussion konzentrierte sich auf drei zentrale Themenbereiche.
Erstens wurde erörtert, wie künstliche Intelligenz, Drohnen und autonome Systeme die Kriegsführung verändern, Entscheidungsprozesse beschleunigen und traditionelle Frontlinien verwischen. Besonderes Augenmerk lag auf Risiken der Dehumanisierung, Herausforderungen für das humanitäre Völkerrecht wie Unterscheidung, Verhältnismäßigkeit und Verantwortlichkeit sowie auf der dringenden Notwendigkeit globaler Regeln für den militärischen Einsatz von KI, deren Bedeutung mit der nuklearen Nichtverbreitung vergleichbar ist.
Zweitens beleuchtete das Panel anhand der Erfahrungen der Ukraine die Dynamik schneller, bottom-up entstandener Innovationen – von kommerziellen Drohnen bis hin zu für die Verteidigung umfunktionierten Automobil- und Telekommunikationstechnologien – und wie diese Entwicklungszyklen erheblich verkürzen können. Gleichzeitig wurde betont, dass verantwortungsvolle Nutzung, die Vermeidung von Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern und ein Umdenken bei bürokratischen Verfahren notwendig sind, damit Beschaffung agil bleibt, ohne Menschenrechte und Exportkontrollstandards zu unterlaufen.
Drittens wurde vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hervorgehoben, dass kleine und mittlere Staaten ebenso wie die EU sich an eine Welt anpassen müssen, in der günstige, intelligente Systeme wie Drohnen und KI-fähige Plattformen traditionelle militärische Kräfteverhältnisse herausfordern können. Die Rolle von Drohnen in hybrider Kriegsführung, bei Angriffen auf kritische Infrastruktur und bei der erhöhten Transparenz der Frontlinie wurde als Weckruf für Europas Resilienz, Verteidigungsinnovation und Unterstützung für die Ukraine beschrieben.
Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Zukunft der Kriegsführung davon abhängen wird, wie wir den Umgang mit neuen Technologien gestalten – durch Stärke, Rechenschaftspflicht und wirksame menschliche Kontrolle oder durch ihren Missbrauch durch Akteure, die internationale Normen ablehnen. Fortgesetzter Austausch zwischen Diplomatie, Militär, Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurde als entscheidend angesehen, um sicherzustellen, dass Innovation der Sicherheit dient und nicht der Zerstörung.
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