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Event Southeast Asia

Southeast Asia in Turbulent Times

Philippine Priorities as ASEAN Chair

11.02.26 / Wien / Indo-Pazifik / Globale Dynamiken


Am 11. Februar organisiert das AIES gemeinsam mit der Philippinischen Botschaft und der Ständigen Vertretung der Philippinen bei den Vereinten Nationen in Wien eine Veranstaltung zum Thema „Southeast Asia in Turbulent Times - Philippine Priorities as ASEAN Chair“ im Raiffeisen Forum in Wien. Den Vortrag hielt S.E. Ma. Theresa P. Lazaro, Außenministerin der Philippinen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Werner Fasslabend, Präsident des AIES und ehemaliger österreichischer Verteidigungsminister. Assoz. Prof. Mag. Dr. Alfred Gerstl, Präsident des Central European Institute of Asian Studies und Senior Advisor des AIES, bereicherte den Vortrag mit einigen weiteren Perspektiven.

Im inhaltlichen Austausch wurde deutlich, dass die Stärke der ASEAN nicht in militärischer Macht liegt, sondern in ihrem Bekenntnis zu regelbasierter multilateraler Zusammenarbeit. Der sogenannte „ASEAN Way“, der auf Konsens, Diplomatie und der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten beruht, hat der Region ermöglicht, Stabilität zu bewahren und wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Damit kann ASEAN bis 2030 zur viertgrößten Volkswirtschaft der Welt zu werden.

Durch ihren künftigen Vorsitz im Jahr 2026 haben die Philippinen ihre Prioritäten entlang von drei zentralen Säulen strukturiert: Erstens Frieden, mit dem Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung des Verhaltenskodex für das Südchinesische Meer sowie der Stärkung von regionalem Frieden und Sicherheit durch nachhaltigen Dialog. Zweitens Wohlstandskorridore, die die wirtschaftliche Zusammenarbeit betonen, einschließlich der Befürwortung eines Rahmenabkommens für die digitale Wirtschaft und der Stärkung von Handels- und Investitionsverflechtungen in der gesamten Region. Drittens die Stärkung der Menschen, die sich auf die Förderung von Familien und die Vorbereitung der Gesellschaften auf die Herausforderungen und Chancen der entstehenden „Silver Economy“ konzentriert.

Im Zusammenhang mit dem Südchinesischen Meer betonen die Philippinen ihre Präferenz für Diplomatie gegenüber Eskalation. Ihre Außenpolitik bleibt fest im Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) verankert. Es besteht die Hoffnung, dass die Verhandlungen zwischen ASEAN und China noch in diesem Jahr zur Finalisierung des lang erwarteten Verhaltenskodex führen werden.

In Bezug auf aktuelle Problemlagen wurde der anhaltende Konflikt in Myanmar als die schwerwiegendste interne Herausforderung für ASEAN benannt. Trotz der eingeschränkten Umsetzung durch die Militärjunta bleibt der Fünf-Punkte-Konsens der zentrale Orientierungsrahmen für das Vorgehen der ASEAN in der Krise. Die Teilnehmer der Veranstaltung betonten jedoch die Bedeutung der Ernennung eines ständigen ASEAN-Sondergesandten für Myanmar, um größere Kontinuität und Wirksamkeit bei der Bewältigung der Situation zu gewährleisten.

Abschließend wurde hervorgehoben, dass die Beziehungen zwischen ASEAN und der EU in einer Zeit zunehmender Großmachtrivalitäten sowohl strategisch logisch als auch notwendig sind. Als zwei Akteure, die sich der Einhaltung einer regelbasierten Ordnung verpflichtet fühlen, sind ASEAN und die EU natürliche Partner. Zudem wird das Jahr 2027 den 50. Jahrestag der Dialogbeziehungen zwischen der EU und ASEAN markieren und damit die langjährige Partnerschaft zwischen beiden Regionen unterstreichen.


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