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Event Societal Resilience

From Preparedness to Practice

Paneldiskussion mit Einblicken aus Österreich, Finnland, Litauen und Polen

17.06.26 / Wien / Europäische Sicherheit und Verteidigung


Am 17. Juni 2026 veranstaltete das AIES gemeinsam mit den Botschaften Finnlands, Polens und Litauens in Wien eine Podiumsdiskussion mit dem Titel “From Preparedness to Practice: Implementing Societal Resilience against Hybrid Threats.” Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Erfahrungen Finnlands, Polens und Litauens, um Verfahren im Bereich der hybriden Bedrohungsbewältigung, Krisenkommunikation und Einbindung der Öffentlichkeit zu identifizieren.

Die Eröffnungsbemerkungen hielt Nina Vaskunlahti, finnische Botschafterin in Österreich. An der Paneldiskussion nahmen Andreas Schlegel vom Krisensicherheitsbüro des Bundeskanzleramts Österreichs; Annukka Ylivaara vom Sicherheitskomitee der finnischen Regierung; Paula Rejkiewicz von der Desinformationseinheit des polnischen Außenministeriums und Colonel (ret.) Saulius Guzevičius vom Abteilung für internationale Zusammenarbeit und Informationsunterstützung, Dienst für öffentliche Sicherheit des litauischen Innenministeriums. Die Veranstaltung wurde vom AIES Direktor Michael Zinkanell-Süss moderiert.

Das zentrale Thema der Podiumsdiskussion war, dass hybride Bedrohungen zu einem unausweichlichen, normalisierten Merkmal der europäischen Sicherheitslandschaft geworden sind und dass sich kein Land vollständig davor schützen kann. Die Vortragenden betonten zudem, dass hybride Kriegsführung gleichzeitig in mehreren, miteinander verknüpften Bereichen stattfindet, darunter Informationskrieg, Cyberangriffe, wirtschaftlicher und energiepolitischer Druck, Spionage sowie zunehmend kinetische Bedrohungen wie Drohnen und Ballons. Um den zugrunde liegenden Zielen hybrider Bedrohungen entgegenzuwirken, nämlich Chaos zu stiften und Gesellschaften zu spalten, muss Resilienz nicht nur auf staatlicher Ebene, sondern in der gesamten Gesellschaft aufgebaut werden.

Eine wiederkehrende zentrale Botschaft war, dass wirksame Resilienz nicht allein auf staatlichen oder militärischen Institutionen beruhen kann. Sie erfordert einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz, bei dem Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen und auch junge Menschen aktiv eingebunden und informiert werden. Finnlands langjährige Tradition umfassender Sicherheit, die seit den 1960er-Jahren alle gesellschaftlichen Bereiche einbezieht und Resilienz fest in der nationalen Identität verankert, wurde wiederholt als Vorbild hervorgehoben. Demgegenüber zeigten Polens Jugendresilienzräte und Litauens Schwerpunkt auf generationenübergreifender Bildung, wie die Einbindung jüngerer Generationen, die sowohl besonders stark Desinformation ausgesetzt sind als auch besonders gut geeignet sind, ihr entgegenzuwirken, die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Manipulation stärken kann.

Schließlich war sich das Podium einig, dass Resilienz zwangsläufig ein fortlaufender, unvollkommener und gemeinschaftlicher Prozess ist und keine endgültige Lösung darstellt. Die Vortragenden räumten die Grenzen der derzeitigen Fähigkeiten sowie die ungeklärte Frage ein, wie Demokratien offensivere Gegenmaßnahmen innerhalb rechtlicher und ethischer Grenzen rechtfertigen könnten. In den Schlussworten wurde betont, dass die Reaktion jedes Landes auf hybride Bedrohungen durch seine eigene Geschichte und seinen jeweiligen Kontext geprägt ist. Dennoch wird das gemeinsame Bekenntnis zu Vertrauen, Transparenz, Menschenrechten und fortlaufender internationaler Zusammenarbeit letztlich über die kollektive Resilienz Europas gegenüber Bedrohungen entscheiden, die keine Anzeichen einer Abschwächung zeigen.


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