Hotspot East Asia
Korea, Taiwan, südchinesisches Meer
27.01.26 / Wien / Indo-Pazifik / Globale Dynamiken
German Version
Am 27. Januar 2026 veranstaltete das Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik (AIES) in Kooperation mit der Diplomatischen Akademie Wien einen öffentlichen Vortrag zu den geopolitischen Spannungen in Ostasien. Zu den Referenten zählten Hans Dietmar Schweisgut, ehemaliger österreichischer und EU-Botschafter in China und Japan; Michael Reiterer, ehemaliger EU-Botschafter in der Republik Korea; Susanne Weigelin-Schwiedrzik, emeritierte Professorin für Sinologie an der Universität Wien; sowie Nikolaus Rottenberger, Brigadier und Leiter der Abteilung Militärdiplomatie im österreichischen Verteidigungsministerium. Die Diskussionen wurden von AIES-Präsident Dr. Werner Fasslabend moderiert.
Obwohl die globale Aufmerksamkeit derzeit vor allem auf Konflikte wie den Krieg in der Ukraine und die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten gerichtet ist, bleibt Ostasien ein zentraler internationaler sicherheitspolitischer Brennpunkt und sollte daher nicht außer Acht gelassen werden. Die aktuellen Spannungen rund um die koreanische Halbinsel, Taiwan, Japan und das Südchinesische Meer treffen auf einen wachsenden Wettbewerb zwischen globalen Akteuren wie den USA und China.
Ein aktueller Führungswechsel innerhalb des chinesischen Militärs, bei dem der stellvertretende Vorsitzende der Zentralen Militärkommission Chinas, Zhang Youxia, in Gewahrsam genommen wurde, verdeutlicht die zunehmende Spannungen zwischen politischen und militärischen Eliten unter Präsident Xi Jinping. Gleichzeitig bleibt Taiwan das wichtigste strategische Anliegen Pekings, wobei Blockaden weiterhin als bevorzugtes Druckmittel gelten. Während der innenpolitische Diskurs in Taiwan zunehmend die Unabhängigkeit betont, verschärft Chinas „Anti-Sezessionsgesetz“ die Lage zusätzlich. Als Reaktion signalisiert China seine Absicht, die Blockaden Taiwans fortzusetzen, eine Strategie, die das Risiko einer direkten Konfrontation mit den USA und deren regionalen Verbündeten erhöhen könnte.
Japan beschleunigt den Ausbau seiner sicherheitspolitischen Ausrichtung und bemüht sich aktiv um eine Vertiefung seiner Beziehungen zu den USA, zu den ASEAN-Staaten, zur koreanischen Halbinsel sowie zur Europäischen Union. Darüber hinaus bleiben die Beziehungen zwischen Süd- und Nordkorea höchst instabil: Während Nordkorea seine Wiedervereinigungspläne aufgegeben hat, überdenkt Südkorea seine Diskussionen über eine mögliche nukleare Bewaffnung neu.
Abschließend behalten die USA zwar ihre technologische Überlegenheit, doch Chinas rasche militärische Modernisierung, insbesondere im Bereich der See- und Luftstreitkräfte, stellt eine wachsende Herausforderung dar. Zudem bleiben Logistik und die Distanz zu Ostasien eine zentrale Schwäche für die US-Streitkräfte und beeinflussen maßgeblich die Sicherheitslage im Südchinesischen Meer.

Weitere Events zum Thema
Europe and Southeast Asia
24.11.2025 / Anchors For a Stable Indo-Pacific Order
Korea: Eine neue Geschichte von Süd- und Nordkorea
12.05.2025 / Eine Buchpräsentation von Victor Cha und Ramon Pacheco Pardo
