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Anchors-Indo-Pacific

Europe and Southeast Asia

Anchors For a Stable Indo-Pacific Order

24.11.25 / Wien / Indo-Pazifik / Globale Dynamiken


Am 24. November veranstaltete AIES gemeinsam mit CEIAS, dem EU-finanzierten Projekt „The EU in the Volatile Indo-Pacific Region“ (EUVIP) und der Diplomatischen Akademie Wien eine ganztägige Diskussionsrunde zum Thema „Europe and Southeast Asia: Anchors for a Stable Indo-Pacific Order“. Ein interner Workshop und eine öffentliche Abenddiskussion verdeutlichten, warum die Entwicklungen im Indopazifik, insbesondere in Südostasien, für die Sicherheit und den Wohlstand Europas zunehmend von zentraler Bedeutung sind.

Michael Zinkanell (AIES) betonte die Rolle Europas und Südostasiens als Anker der regionalen Stabilität und erinnerte an die Prioritäten von António Costa für das Jubiläum der ASEAN-EU-Beziehungen im Jahr 2027: Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen, Förderung der Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Digitalisierung sowie Ausbau der Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft.

Keynote Speaker Luis Simón, Direktor des Centre for Security, Diplomacy and Studies (CSDS) an der Vrije Universiteit Brussel (VUB), unterstrich, dass die Region heute ein wichtiger Schauplatz der Rivalität zwischen den USA und China ist, der die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und geopolitische Positionierung Europas prägt. Die Redner argumentierten, dass die EU ihren Zusammenhalt und ihre Fähigkeiten stärken muss, um nicht zum „Spielfeld“ für den Wettbewerb der Großmächte zu werden.

Ein zweites Thema war der zunehmende Einfluss von Geoökonomie und strategischem Kapitalismus, wobei die Kontrolle über wichtige Rohstoffe und Schlüsseltechnologien entscheidend wird. Europa ist nach wie vor stark von externen Lieferanten, insbesondere China, abhängig und läuft Gefahr, aufgrund fragmentierter Industriekapazitäten, langsamer Verfahren und hoher Energiekosten ins Hintertreffen zu geraten.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch das Horizon-Projekt EUVIP vorgestellt, das Analysen zur EU-Außenpolitik und Fallstudien zum Südchinesischen Meer, Myanmar und Taiwan liefert. Die Ergebnisse des Projekts erfordern eine realistischere Neubewertung der globalen Rolle, der Prioritäten und der Instrumente der EU. Auf der Grundlage dieser Arbeit empfahlen die Redner mehr interne Einheit, effizientere Entscheidungsprozesse und einen ausgewogenen Ansatz zur Risikominderung sowohl gegenüber China als auch gegenüber einer übermäßigen Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Außenpolitisch drängten sie auf eine intensivere Zusammenarbeit mit der ASEAN, neue Ambitionen für ein Freihandelsabkommen zwischen den Regionen, eine stärkere Zusammenarbeit mit Partnern wie Australien, Indien, Japan und Südkorea sowie eine bessere Nutzung von Team Europe und Global Gateway.

Myanmar erwies sich als Fallbeispiel für die Angleichung der Werte und Interessen der EU. Die Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, humanitäre Hilfe außerhalb der Kontrolle der Junta zu leisten, parallele Regierungsstrukturen zu unterstützen, nichtstaatliche Akteure einzubeziehen, mit Nachbarländern bei grenzüberschreitender Hilfe zusammenzuarbeiten und die Visaverfahren für myanmarische Staatsangehörige zu vereinfachen.

Abschließend waren sich die Redner einig, dass Südostasien nun als Testfall für die externe Kohärenz und die internen Entscheidungen der EU dient. Um als Stabilitätsanker zu fungieren, muss die EU von Erklärungen zu konkreten Maßnahmen übergehen, in Resilienz investieren, glaubwürdig zur regionalen Sicherheit beitragen, lokale Perspektiven berücksichtigen und sicherstellen, dass ihre Werte mit der praktischen Politik in Einklang stehen.

Zu den Rednern gehörten:

  • Tanguy Struye, Université catholique de Louvain
  • Alfred Gerstl, Palacký University Olomouc
  • Kristína Kironská, Palacký University Olomouc


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