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Nato-Experte Arnold Kammel über die Folgen der Strategie für Europa


„Könnte die Bedeutung der EU in der Nato erhöhen“

Wiener Zeitung / Von Wolfgang Zaunbauer / 15.10.2010 / Voriger / Nächster Artikel

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Wiener Zeitung: Was bedeutet die neue Strategie für die Nato?

Arnold Kammel: Mit der neuen Strategie gibt sich die Nato eine neue Identität und eine neue Daseinsberechtigung. Die letzte Strategie stammt aus dem Jahr 1999 – seither hat sich politisch einiges geändert. Dadurch ist die Nato in einer kleinen Existenzkrise, sie weiß nicht so genau, wo sie hin will. Mit der neuen Strategie soll sie auch zu einem Global Consultative Network, also einem globalen Beratungsnetzwerk für Sicherheitsfragen werden.

Also verliert der militärische Aspekt an Bedeutung?

Nein, aber es findet eine Öffnung statt. Es geht nicht mehr nur um die Gefahr von militärischen Angriffen, sondern etwa auch um die von Cyber-Attacken, wie etwa jene auf Estland vor drei Jahren. Solchen Angriffen kann man leichter gemeinsam Herr werden. Daher soll die interne Kommunikation in der Nato in diesen Bereichen verstärkt werden. Gleichzeitig soll auch der Dialog mit anderen, etwa Russland, intensiviert werden.

Wie ist das Verhältnis der Nato zu Russland derzeit?

Ambivalent. Einerseits gibt es eine engere Kooperation, andererseits plant die Nato einen Raketenschild. Allerdings soll auch hier Russland eingebunden werden – zumindest in der Theorie.

Wie wirkt sich die neue Nato-Strategie auf die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU (GASP) aus?

Das steht in den Sternen, weil die EU als solche im Nato-Rat nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dies könnte sich aber ändern. Derzeit kann die EU auf die militärischen Fähigkeiten der Nato zurückgreifen, künftig könnte die Nato auch auf die zivilen Fähigkeiten der EU zurückgreifen wollen. Das würde die Bedeutung der EU innerhalb des Bündnisses erhöhen und damit die Rolle der EU in der Welt stärken.

Die Nato ist kein Schreckensgespenst. Man muss sich mir ihr arrangieren. Davon profitieren beide – die EU und die Nato. Und es bringt sie dem Ziel näher, die globale Sicherheit zu erhöhen.

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